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Sprachprobleme

Da doch einige von Euch Interesse geäußert haben, mehr über Kamerun zu erfahren, will ich heute mal wieder davon berichten. Ich habe nun eine eigene Kategorie dafür angelegt und werde die betreffenden Einträge dorthin verschieben.

Ein kurzer Ausflug in die Geschichte: Vor dem 1. Weltkrieg war Kamerun deutsche Kolonie, und die Deutschen genießen heute noch hohes Ansehen dort. Es heißt, die Deutschen waren streng, aber gerecht, und sie haben Brücken und Kirchen gebaut, die heute noch stehen - im Gegensatz zu manch anderem Bauwerk. Der Palast des damaligen deutschen Gouverneurs von Puttkamer in Buea ist heute Residenz des kamerunischen Staatspräsidenten. Und hie und da trifft man auf alte Leute, die sogar noch etwas deutsch können und sich freuen, diese Sprache mal wieder zu hören.

Nachdem Deutschland den Krieg verloren hatte, teilten die Briten und Franzosen die Kolonie unter sich auf. Die Briten beanspruchten den Westen für sich, die Franzosen den Rest des Landes, ungefähr 80 %. Das erklärt, warum Kamerun offiziell zwei Amtssprachen hat: Englisch im Westen (genauer gesagt in den Provinzen North West und South West) und Französisch im Rest des Landes.

Allerdings gestanden die Briten ihrem Gebiet größere politsche Freiheit zu, förderten die Selbstverwaltung und zogen sich schließlich ganz zurück. Die Franzosen dagegen versuchten, Kamerun an das Mutterland zu binden, vermutlich aus wirtschaftlichen Interessen. Kamerun ist reich an Bodenschätzen und landwirtschaftlichen Produkten wie Kaffee und Kakao. Vermutlich ist das ein Grund dafür, dass die Franzosen in Kamerun ziemlich unbeliebt sind. Die Deutschen dafür umso mehr, und dieses Wissen konnte ich später auch für mich nutzen.

Um nun auf meinen ersten Tag in Kamerun zurückzukommen, wir befanden uns in der Küstenregion nahe Buea in der Provinz South West, also englischsprachiges Gebiet. Ich habe meine Schulzeit auf einem neusprachlichen Gymnasium verbracht und dort u.a. Englisch und Französisch gelernt. Die Fremdsprachen mochte ich immer gerne und hatte entsprechend gute Noten. In England und Frankreich hatte ich keine nennenswerten Verständigungsprobleme, deshalb rechnete ich auch in Kamerun nicht damit. Aber das sollte sich ziemlich schnell als Irrtum herausstellen.

Neben den offiziellen Amtssprachen gibt es noch einige Verkehrssprachen, die über die Grenzen Kameruns hinweg gesprochen werden, z. B. Fulfulde im Norden oder Pidgin im Westen. Und damit war ich sehr bald konfrontiert. Die Afrikaner verstanden zwar mein schönes Oxford English, aber ich ihr Pidgin nicht. Besonders groß war meine Bestürzung, als ich meinen eigenen Schwiegervater nicht mehr verstand. War das nicht englisch, was er da redete? Ja und nein.

Das Vokabular stammt nicht ausschließlich aus dem Englischen, sondern teils auch aus dem Spanischen. Das Wort für "wissen" kommt vom spanischen "saber" und Kinder heißen "Pikin" (von span. pequeno = klein). Und auch mit der Grammatik hat es so seine Bewandtnis... jedenfalls stand ich da wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berg und verstand bestenfalls die Hälfte. Alle anderen hatten offenbar keine Probleme damit außer mein Schwager, aber der sprach zum damaligen Zeitpunkt sowieso nur Französisch. Und es war mir etwas peinlich, als meine Schwiegermutter als Übersetzerin fungierte - für mich, die ich so viele Jahre Englisch in der Schule gehabt hatte! Aber meine Schwiegereltern hatten schon so viele Jahre dort verbracht und mein Mann und seine Schwester waren dort aufgewachsen... logisch, dass sie alles verstanden.

Aber mit der Zeit lernte ich dazu und kam immer besser in die Sprache rein. Manche Redewendungen sind sogar fester Bestandteil in meinem Sprachschatz geworden, z. B. "we go see" (wir werden sehen) oder "ashia!" (tut mir leid!). Wie heißt ein Kameruner Sprichwort: Small small you catch monkey... langsam (also mit Geduld) fängt man Affen!

Es bringt einem als Weißer viele Sympathien ein, wenn man wenigstens ein paar Sätze in der jeweilgen Sprache beherrscht und sein Gegenüber z. B. in Pidgin oder Fulfulde begrüßen kann. Auch das habe ich mir später zunutze gemacht.

Heute habe ich aber mit ganz anderen Sprachproblemen zu kämpfen. Die Stimme ist weg, ich bekomme keinen Ton heraus. Aber die Kinder reagierten heute morgen auch auf Handzeichen und geflüsterte Anweisungen, sogar noch besser als wenn ich normal rede.

Habt einen schönen Tag, ich gehe mir jetzt einen Tee kochen!

4.12.07 11:14
 



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